Ein White-Label-Service ist eine Dienstleistung, die operativ von einem Unternehmen erbracht, gegenüber dem Endkunden jedoch unter der Marke oder im Außenauftritt eines anderen Unternehmens angeboten wird. Der eigentliche Leistungserbringer kann dabei im Hintergrund bleiben.

Was bedeutet White Label bei Dienstleistungen?

Bei einem White-Label-Modell arbeiten mindestens zwei Unternehmen zusammen. Ein Unternehmen stellt eine Dienstleistung oder operative Leistung bereit, während ein anderes Unternehmen diese in sein eigenes Leistungsangebot integriert und nach außen unter seiner eigenen Marke präsentiert.

Charakteristisch ist damit vor allem die Trennung zwischen operativer Leistungserbringung und sichtbarem Marktauftritt. Wie Vertragsbeziehungen, Kommunikation und Verantwortlichkeiten konkret ausgestaltet sind, hängt vom jeweiligen Kooperationsmodell ab.

White Label und Outsourcing – was ist der Unterschied?

White Label und Outsourcing können sich überschneiden, bezeichnen aber nicht dasselbe.

Beim Outsourcing steht die Übertragung einer Aufgabe oder eines Prozesses an einen externen Dienstleister im Mittelpunkt. Beim White-Label-Modell kommt als wesentliches Merkmal hinzu, dass die Leistung im Außenauftritt unter einer anderen Marke angeboten beziehungsweise in deren Angebot eingebunden wird.

Kurz gesagt: Outsourcing beschreibt vor allem, wer eine Aufgabe ausführt. White Label beschreibt zusätzlich, unter wessen Marke die Leistung nach außen erscheint.

Wo werden White-Label-Services eingesetzt?

White-Label-Modelle kommen in unterschiedlichen Dienstleistungsbereichen vor, beispielsweise bei Software, digitalen Plattformen, Finanzdienstleistungen sowie spezialisierten administrativen Services.

Auch Buchhaltungs- und Payrollleistungen können innerhalb entsprechender Kooperationsmodelle im Hintergrund für andere Unternehmen oder Kanzleien erbracht werden.

White Label bei Lohnabrechnungen für Kanzleien

Ein spezieller Anwendungsfall ist die White-Label-Lohnabrechnung für Steuerkanzleien. Dabei kann die Kanzlei gegenüber ihren Mandanten sichtbar bleiben, während operative Abrechnungsleistungen im Hintergrund durch einen spezialisierten Dienstleister unterstützt werden.

Wie ein solches Modell organisatorisch ausgestaltet werden kann, erläutern wir im Beitrag White-Label-Lohnabrechnung für Kanzleien.