Forderungsmanagement umfasst organisatorische Maßnahmen zur Überwachung, Steuerung und Realisierung von Forderungen – insbesondere aus Lieferungen und Leistungen. Ziel ist es, offene Forderungen transparent zu halten, Zahlungsflüsse zu verfolgen und Zahlungseingänge systematisch zuzuordnen.

Grundlagen

Forderungen entstehen typischerweise, wenn ein Unternehmen eine Leistung erbringt und eine Rechnung stellt. Bis zur vollständigen Zahlung bleibt der Betrag als offene Forderung bestehen.

Forderungsmanagement ist damit eng verbunden mit der Debitorenbuchhaltung und der Verwaltung von offenen Posten (OPOS).

Einordnung im Rechnungswesen

Forderungsmanagement ist ein Bestandteil des externen Rechnungswesens, weil es die Ordnung und Nachvollziehbarkeit von Forderungen und Zahlungseingängen unterstützt. Es steht in engem Zusammenhang mit der Finanzbuchhaltung und der Debitorenbuchhaltung.

Im Fokus stehen dabei strukturierte Prozesse – von der Erfassung von Rechnungen über die Überwachung fälliger Beträge bis zur Zuordnung von Zahlungen.

Einordnung im System der Finanzbuchhaltung

Forderungsmanagement verbindet OPOS-Übersichten, Mahnprozesse und Zahlungseingänge. Damit ist es ein zentraler Baustein zur Steuerung des Forderungsbestands.

Typische Prozesse im Forderungsmanagement

  • Erfassung und Nachverfolgung von Ausgangsrechnungen
  • Überwachung von Fälligkeiten und Zahlungszielen
  • Pflege von OPOS-Listen und Abstimmung mit Zahlungseingängen
  • Durchführung von Mahnläufen im Mahnwesen
  • Zuordnung von Zahlungseingängen über Bankbuchungen

Typischer Ablauf

  1. Rechnung wird erstellt und in der Debitorenbuchhaltung erfasst
  2. Offener Posten entsteht und wird in der OPOS-Übersicht geführt
  3. Zahlungsziel/Fälligkeit wird überwacht
  4. Bei ausbleibender Zahlung: Mahnprozess
  5. Zahlungseingang wird verbucht und dem offenen Posten zugeordnet

Praxisbezug

In der Praxis ist die saubere Zuordnung von Zahlungen zu Rechnungen entscheidend. Nur so lassen sich OPOS-Listen aktuell halten und Forderungsstände verlässlich bewerten.

Ein strukturiertes Forderungsmanagement unterstützt außerdem die Liquiditätssteuerung, weil offene Forderungen und erwartete Zahlungseingänge transparenter werden.

Typische Fehlerquellen

  • Zahlungseingänge werden nicht oder falsch zugeordnet (OPOS bleibt offen)
  • Fälligkeiten werden nicht regelmäßig überwacht
  • Mahnlauf erfolgt verspätet oder uneinheitlich
  • Uneinheitliche Datenbasis (z. B. fehlende Rechnungsreferenzen)

FAQ

Ist Forderungsmanagement dasselbe wie Mahnwesen?

Nein. Mahnwesen ist ein Teilbereich. Forderungsmanagement umfasst den gesamten Prozess von der Erfassung offener Forderungen bis zur Zuordnung von Zahlungseingängen.

Welche Listen werden typischerweise genutzt?

Häufig sind OPOS-Listen die Grundlage, um offene Forderungen und deren Status zu überwachen.

Fazit

Forderungsmanagement umfasst die Überwachung und Steuerung offener Forderungen – von OPOS-Übersichten über Mahnprozesse bis zum Zahlungseingang und Ausgleich. Es ist ein zentraler Bestandteil der Debitorenbuchhaltung innerhalb der Finanzbuchhaltung.

Autor die BAS* Redaktion Leistungen gem. § 6 Nr. 3 und 4 StBerG, keine Steuer- oder Rechtsberatung.

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